Agrartechnische/r Assistent/in (ATA) für Milch- und Lebensmittelanalytik

für Biotechnologie oder für Pflanzen- und Umweltanalytik

Schülerinterview_1-Karin

Milchreis, Bioreaktoren und ganz viel Analytik

Lebensmittel untersuchen, DNA aus Pflanzen oder Bakterien isolieren oder Inhaltsstoffe und Schadstoffe von pflanzlichen Produkten und Umweltproben analysieren – Schwerpunkt der Tätigkeit eines ATA ist immer Messen, Prüfen und Untersuchen. Um Agrartechnische Assistentin oder agrartechnischer Assistent zu werden, besuchst du ein Jahr die Ausbildungsstäte in Landsberg, ein weiteres Jahr lernst du in einem Praktikumsbetrieb das Berufsleben kennen.

Anna (Milch- und Lebensmittelanalytik), Andreas (Biotechnologie) und Karin (Pflanzenbau und -analytik) sind im 2. Jahr ihrer Ausbildung. Sie haben ihr 1 – jähriges Betriebspraktikum gerade hinter sich und treffen sich jetzt wieder in der Schule.

Frage: Wie ist es Euch im Praktikum ergangen?

Anna: Ich war bei einer großen Molkerei in Wasserburg. Dort haben wir z.B. Joghurt, Trinkmilch und Milchreis hergestellt. Die mussten wir jeden Tag sensorisch testen. Aber es gab auch viel zu untersuchen. Ich durfte in der Produktion Proben von den Produkten ziehen und diese im Labor untersuchen. Wenn etwas nicht in Ordnung war, musste sofort dem Qualitätsmanagement und der Produktion Bescheid gegeben werden.

Andreas: Ich war bei einer großen Chemiefirma in München und habe dort häufig mit Bioreaktoren in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung gearbeitet. Mir wurde alles gezeigt und sehr nett erklärt und ich durfte auch viel selbst arbeiten. Das war sehr spannend, denn ich war  an Biologie und Chemie schon immer interessiert und ich hätte nie gedacht, was man da alles praktisch machen kann.

Karin: Mein Praktikum absolvierte ich in einem Analytiklabor der Technischen Universität München. In verschiedenen Abteilungen lernte ich die Untersuchung von Pflanzen, Bodenproben und Komposten kennen. Das war sehr abwechslungsreich. Meine Mitschülerin Corinna arbeitete ebenfalls an der TU, allerdings in der Obstbauforschung. Diese Arbeitsgruppe züchtete Zwetschgen, die gegen Viren resistent sind.

Frage: Jetzt geht es wieder ans Lernen in der Schule. Welche Schwerpunkte habt ihr denn, was ist besonders interessant?

Anna: Wir haben viel praktische Ausbildung, so lerne ich im Praktikum sicherlich noch viele weitere Untersuchungsmethoden kennen. Besonders interessant ist für mich auch zu erfahren welche Inhaltstoffe und Mikroorganismen in Lebensmittel enthalten sind und warum sie uns gefährlich werden können. Wir alle haben die Grundlagenfächer wie Chemie oder Mikrobiologie, jeder jedoch mit einem anderen Schwerpunkt.

Andreas: Ich denke, ich lerne jetzt auch noch viele andere Sachen, die ich im Praktikumsjahr nicht gemacht habe – zum Beispiel Pflanzenzellkulturen oder PCR.

Karin: Toll finde ich auch, dass wir nicht nur im Klassenzimmer sitzen und Theorie pauken, sondern auch hier an der Schule viel praktisch arbeiten können und dabei auch mit komplizierten Analysegeräten arbeiten, die über Computer gesteuert sind. Besonders interessant finde ich auch die Arbeiten im Schulgewächshaus, wo wir Pflanzenversuche anlegen.

 

Frage: Warum habt Ihr den Beruf gewählt?

Andreas: Weil ich finde, dass die Biotechnologie ein Bereich mit Zukunftsperspektive ist. Gerade in der Forschung und Entwicklung gibt es häufig neue Ideen. Somit ist man immer gefordert etwas Neues zu machen und sich weiterzubilden.

Karin: Die vielseitige praktische Arbeit mit vielen Inhalten aus der Biologie gab bei mir den Ausschlag. Die laufend neuen Entwicklungen in diesem Beruf sehe ich als Herausforderung an, so dass es im Berufsleben sicher nie langweilig wird.

Anna: Ich habe diesen Beruf gewählt, weil ich großes Interesse an Chemie habe und ich mich immer frage, weshalb etwas so ist wie es ist. Außerdem habe ich in einem Schulpraktikum festgestellt, dass mir das Arbeiten im mikrobiologischen und chemischen Labor Spaß macht.

 

Frage: Was sollte man besonders gut können, wenn man ATA wird?

Anna: Man muss sehr exakt und verantwortungsbewusst arbeiten, oft Handschuhe anziehen und seine Hände desinfizieren, damit alles sauber bleibt.

Karin: Auch bei mir im Praktikum war konzentriertes exaktes Arbeiten ganz wichtig. Oft muss man total selbständig arbeiten. Andere Arbeiten werden im Team erledigt.

Andreas: Ich sehe das ähnlich wie ihr. Wichtig ist es auch, dass man immer bereit ist, sich neue Arbeitstechniken anzueignen und dass man neugierig ist.

Wann seid ihr fertig:

Karin: Im Juli haben wir unsere Abschlussprüfungen. Dann sind wir „staatlich anerkannte Agrartechnische Assistentinnen der Fachrichtungen Milch- und Lebensmittelanalytik, Biotechnologie oder Pflanzenbau und-analytik“. Ganz schön komplizierte Namen. Aber tolle Berufe!